Online Read Free Novel
  • Home
  • Romance & Love
  • Fantasy
  • Science Fiction
  • Mystery & Detective
  • Thrillers & Crime
  • Actions & Adventure
  • History & Fiction
  • Horror
  • Western
  • Humor

    Breathturn into Timestead

    Page 26
    Prev Next


      zeiteinwärts.

      * * *

      GOLD, das den nubischen

      Handrücken fortsetzt – den Weg,

      dann den Fußpfad zu dir, hinweg

      über den Stein, den zugeschrägten,

      aus Traumentzug-Zeiten,

      zwei Sandschollen, umgeweht,

      stehen mir bei,

      sternverseucht legt sich ein Moor

      um eine der Kiefern,

      der Chor

      der Platanenstrünke

      buckelt sich ein zum Gebet

      gegens Gebet,

      aus gesiegeltem Floßholz

      bau ich dir Namen, die pflockst du

      fest, bei den Regenfeimen,

      es werden die Kampfgrillen kommen,

      aus meinem Bart,

      vor den Denkkiemen steht schon

      die Träne.

      * * *

      VON DER SINKENDEN WALSTIRN

      les ich dich ab –

      du erkennst mich,

      der Himmel

      stürzt sich

      in die Harpune,

      sechsbeinig

      hockt unser Stern im Schaum,

      langsam

      hißt einer, der’s sieht,

      den Trosthappen: das

      balzende Nichts.

      * * *

      DU LIEGST HINAUS

      über dich,

      über dich hinaus

      liegt dein Schicksal,

      weißäugig, einem Gesang

      entronnen, tritt etwas zu ihm,

      das hilft

      beim Zungenentwurzeln,

      auch mittags, draußen.

      * * *

      Das seidenverhangene Nirgend

      widmet dem Strahl seine Dauer,

      ich kann dich hier

      sehn.

      Eingehn dürfen bei euch, ausgehn –

      Unter der Sandhaube steuert

      dein unbelauscht schlafendes

      Hirn

      den unverwirkbaren, einen,

      ozeanischen

      Tag,

      komm, ich hell auf,

      komm, ich geb dich

      mir und auch dir,

      Überzüchtete,

      Schwere.

      * * *

      Die Weinbergsmauer erstürmt

      vom Ewigkeitsklirren,

      die Reben

      meutern,

      miterklirrt

      das Rückenmark, bei

      Herzschwüle, im

      wirklicheren Gehäus,

      die fünf Körner verteilt

      auf die vier Meere,

      tauch ein.

      * * *

      Erst wenn ich dich

      als Schatten berühre,

      glaubst du mir meinen

      Mund,

      der klettert mit Spät-

      sinnigem droben

      in Zeithöfen

      umher,

      du stößt zur Heerschar

      der Zweitverwerter unter

      den Engeln,

      Schweigewütiges

      sternt.

      * * *

      IN DER FERNSTEN

      Nebenbedeutung, am Fuß der gelähmten

      Amen-Treppe:

      die kahlgeplünderte

      Phase Dasein,

      nahebei, in der Gosse,

      nudeln noch

      Sprüche,

      traumfaserverstärkt das Profil

      der Schlafausscheidung,

      an ihrer einen

      herztätigen Schläfe

      bildet sich Eis,

      kein Buch schlägt sich auf,

      das Übernichts hat sich

      zu mir geschlagen,

      es gibt seinen Kampf auf,

      im Eis,

      wir sind bereit,

      das Tödlichste in uns zu tauschen,

      der Dorn, der das Freizeichen gab,

      steigt duch die Wiegen,

      hinter der Stechuhr verschenkt sich

      die wahnfeste Zeit.

      * * *

      EINGESCHOSSEN

      in die Smaragdbahn,

      Larvenschlupf, Sternschlupf, mit allen

      Kielen

      such ich dich,

      Ungrund.

      * * *

      Alle die Schlafgestalten, kristallin,

      die du annahmst

      im Sprachschatten,

      ihnen

      führ ich mein Blut zu,

      die Bildzeilen, sie

      soll ich bergen

      in den Schlitzvenen

      meiner Erkenntnis –,

      meine Trauer, ich seh’s,

      läuft zu dir über.

      * * *

      Zwei Sehwülste, zwei

      Narbennähte,

      auch hier, quer durchs

      Gesicht,

      ein Licht, deinen ersten

      Bränden abgefragt, seit

      langem draußen,

      schlüpft ins

      Erblickte.

      * * *

      VOR MEIN

      wetterleuchtendes Knie

      kommt die Hand zu stehn,

      mit der du

      dir übers Aug fuhrst,

      ein Klirren

      holt sich Gewißheit

      im Kreis, den ich zog

      um uns zwei,

      manchmal freilich

      stirbt der Himmel

      unsern Scherben

      voraus.

      * * *

      DU WIRFST MIR Ertrinkendem

      Gold nach:

      vielleicht läßt ein Fisch

      sich bestechen.

      Gib mir, Tod,

      meinen Stolz.

      * * *

      Das Flüsterhaus,

      schalttags geöffnet,

      auf Jute

      weitergegeben, flächen-

      tief,

      es bürgert

      den Enge-Laut ein,

      für die Lallstufe

      sorgen

      die Lippen-

      pflöcke,

      – rastet das

      Andere ein,

      zeitig? –,

      dieses, ja dieses

      Gletschergeschrei

      deiner Hände,

      die Toten-Seilschaft

      trägt mit an den Firnen,

      der umgepolte

      Mond

      verwirft dich, zweite

      Erde,

      am Resthimmel, sterbestolz, das

      Sterngedränge

      nimmt die Hürde.

      * * *

      KLEINE NACHT: wenn du

      mich hinnimmst, hinnimmst,

      hinauf,

      drei Leidzoll überm

      Boden:

      alle die Sterbemäntel aus Sand,

      alle die Helfenichtse,

      alles, was da noch

      lacht

      mit der Zunge –

      * * *

      AN DIE HALTLOSIGKEITEN

      sich schmiegen:

      es schnippen

      zwei Finger im Abgrund, in den

      Sudelheften

      rauscht Welt auf, es kommt

      auf dich an.

      * * *

      ICH ALBERE mit meiner Nacht,

      wir kapern

      alles,

      was sich hier losriß,

      lad du mir auch deine

      Finsternis auf

      die halben, fahrenden

      Augen,

      auch sie soll es hören,

      von überallher,

      das unwiderlegbare Echo

      jeder Verschattung.

      * * *

      DEIN UHRENGESICHT,

      von Blaufeuern über-

      lagert,

      verschenkt seine Ziffern,

      meine

      Herkunft

      hielt Umschau, sie geht

      in dich ein, die mit-

      vereinten

      Kristalle

      flennen.

      * * *

      ICH LOTSE DICH hinter die Welt,

      da bist du bei dir, unbeirrbar,

      heiter

      vermessen die Stare den Tod,

      das Schilf winkt dem Stein ab, du hast

      alles

      für heut abend.


      * * *

      MEINE

      dir zugewinkelte Seele

      hört dich

      gewittern,

      in deiner Halsgrube lernt

      mein Stern, wie man wegsackt

      und wahr wird,

      ich fingre ihn wieder heraus –

      komm, besprich dich mit ihm,

      noch heute.

      * * *

      EIN STERN

      lauscht einem Licht,

      eine Stunde verstößt

      eine Stunde,

      herzschwer

      rollt Azur

      über dich hin,

      dein blutiger

      Speichel

      beglückt

      ein besessenes Staubkorn,

      ein Mutterstummel

      führt ein Frühgesicht

      durch einen Schmerz,

      sein Gott

      schreitet mähend die Bilderfront ab,

      auf den Graten

      der obersten

      Wiege.

      * * *

      KLEINES WURZELGETRÄUM, das mich hier hält,

      blutunterwaschen,

      keinem mehr sichtbar,

      Todesbesitz,

      wölb du eine Stirn vor,

      daß eine Rede gehe, von Erde,

      von Inbrunst, von

      Äugigem, auch

      hier, wo du mich abliest vom Blindblatt,

      auch

      hier,

      wo du mich so genau

      widerrufst.

      * * *

      II

      MANDELNDE, die du nur halbsprachst,

      doch durchzittert vom Keim her,

      dich

      ließ ich warten,

      dich.

      Und war

      noch nicht

      entäugt,

      noch unverdornt im Gestirn

      des Lieds, das beginnt:

      Hachnissini.

      * * *

      ES STAND

      der Feigensplitter auf deiner Lippe,

      es stand

      Jerusalem um uns,

      es stand

      der Hellkiefernduft

      überm Dänenschiff, dem wir dankten,

      ich stand

      in dir.

      * * *

      DIE GLUT

      zählt uns zusammen

      im Eselsschrei vor

      Absaloms Grab, auch hier,

      Gethsemane, drüben,

      das umgangene, wen

      überhäufts?

      Am nächsten der Tore tut sich nichts auf,

      über dich, Offene, trag ich dich zu mir.

      * * *

      WIR, DIE WIE DER STRANDHAFER WAHREN,

      in N’we Awiwim,

      der ungeküßte

      Stein einer Klage

      rauscht auf,

      vor Erfüllung,

      er befühlt unsre Münder,

      er wechselt

      über zu uns,

      eingetan ist uns

      sein Weiß,

      wir geben uns weiter:

      an dich und an mich,

      die Nacht, sieh dich vor, die sand-

      befehligte,

      nimmt es genau

      mit uns zwein.

      * * *

      EIN RING, ZUM BOGENSPANNEN,

      nachgeschickt einem Wortschwarm,

      der wegstürzt hinter die Welt,

      mit den Staren,

      Pfeilige, wenn du mir zuschwirrst,

      weiß ich, woher,

      vergeß ich, woher.

      * * *

      DAS LEUCHTEN, ja jenes, das

      Abu Tor

      auf uns zureiten sah, als wir

      ineinander verwaisten, vor Leben,

      nicht nur von den Handwurzeln her –:

      eine Goldboje, aus

      Tempeltiefen,

      maß die Gefahr aus, die uns

      still unterlag.

      * * *

      DU GLEISSENDE

      Tochtergeschwulst

      einer Blendung im All,

      aufgegriffen

      von überhimmlischen Suchtrupps,

      verschoben

      ins sehende, gott-

      entratene

      Sternhaufen-Blau,

      du wildenzt

      vor unsern

      hungrigen, unverrückbaren

      Poren

      als Mitsonne, zwischen

      zwei Hellschüssen

      Abgrund.

      * * *

      KOMM, leg die Welt aus mit dir,

      komm, laß mich euch zuschütten mit

      allem Meinen,

      Eins mit dir bin ich,

      uns zu erbeuten,

      auch jetzt.

      * * *

      EINEN STIEFELVOLL Hirn

      in den Regen gestellt:

      es wird ein Gehn sein, ein großes,

      weit über die Grenzen,

      die sie uns ziehn.

      * * *

      DIE POSAUNENSTELLE

      tief im glühenden

      Leertext,

      in Fackelhöhe,

      im Zeitloch:

      hör dich ein

      mit dem Mund.

      * * *

      DIE POLE

      sind in uns,

      unübersteigbar

      im Wachen,

      wir schlafen hinüber, vors Tor

      des Erbarmens,

      ich verliere dich an dich, das

      ist mein Schneetrost,

      sag, daß Jerusalem ist,

      sags, als wäre ich dieses

      dein Weiß,

      als wärst du

      meins,

      als könnten wir ohne uns wir sein,

      ich blättre dich auf, für immer,

      du betest, du bettest

      uns frei.

      * * *

      DER KÖNIGSWEG hinter der Scheintür,

      das vom Gegen-

      Zeichen umtodete

      Löwenzeichen davor,

      das Gestirn, kieloben,

      umsumpft,

      du, mit der

      die Wunde auslotenden

      Wimper.

      * * *

      ES KOMMT auch ein Sinn

      die engere Schneise daher,

      den erbricht

      das tödlichste unsrer

      stehenden Male.

      * * *

      ICH TRINK WEIN aus zwei Gläsern

      und zackere an

      der Königszäsur

      wie Jener

      am Pindar,

      Gott gibt die Stimmgabel ab

      als einer der kleinen

      Gerechten,

      aus der Lostrommel fällt

      unser Deut.

      * * *

      ES WIRD etwas sein, später,

      das füllt sich mit dir

      und hebt sich

      an einen Mund

      Aus dem zerscherbten

      Wahn

      steh ich auf

      und seh meiner Hand zu,

      wie sie den einen

      einzigen

      Kreis zieht

      * * *

      DAS NICHTS, um unsrer

      Namen willen

      – sie sammeln uns ein –,

      siegelt,

      das Ende glaubt uns

      den Anfang,

      vor den uns

      umschweigenden

      Meistern,

      im Ungeschiednen, bezeugt sich

      die klamme

      Helle.

      * * *

      IM GLOCKIGEN jappen

      die gläubig-ungläubigen

      Seelen,

      Sternunfug

      setzt sich fort, auch mit meiner

      im Wüstensinn von dir

      umhügelten Hand,

      wir sind

      längst da.

      * * *

      WIE ICH den Ringschatten trage,

      trägst du den Ring,

      etwas, das Schweres gewohnt ist,

      verhebt sich

      an uns,

      unendlich

      Entimmernde du.

      * * *

      DAS FREMDE

      hat uns im Netz,

      die Vergänglichkeit greift

      ratlos duch uns
    hindurch,

      zähl meinen Puls, auch ihn,

      in dich hinein,

      dann kommen wir auf,

      gegen dich, gegen mich,

      etwas kleidet uns ein,

      in Taghaut, in Nachthaut,

      fürs Spiel mit dem obersten, fall-

      süchtigen Ernst.

      * * *

      UMLICHTET die Keime,

      die ich in dir

      erschwamm,

      freigerudert

      die Namen – sie

      befahren die Engen,

      ein Segensspruch, vorn,

      ballt sich

      zur wetterfühligen

      Faust.

      * * *

      III

      FORTGESALBT, draußen, im Stein-

      weizen,

      von singenden

      Händen,

      die halbe Skabiose,

      sparsam,

      vorm Trommelfellriß,

     


    Prev Next
Online Read Free Novel Copyright 2016 - 2026