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    Breathturn into Timestead

    Page 25
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      FÜR ERIC

      Erleuchtet

      rammt ein Gewissen

      die hüben und drüben

      gepestete Gleichung,

      später als früh: früher

      hält die Zeit sich die jähe

      rebellische Waage,

      ganz wie du, Sohn,

      meine mit dir pfeilende

      Hand.

      * * *

      WER PFLÜGT NICHTS UM?

      Er. Diesmal.

      Unverackert

      steht sein Land in den Sinn seiner Sonnen-

      nächte.

      Er nennt uns.

      Ja, er kätnert.

      Ja, er heißt gut, er belehmigt,

      was du verhüttest

      vor Ort,

      hinter Ort,

      über Ort, brach,

      gegen die Erze,

      zuunterst,

      lebendig.

      * * *

      LEVKOJEN, katzenbemündigt.

      Beweibt

      rechts von dir dieser Rasen.

      Stab- und Mondsichel-Patt.

      Du sollst nicht, so, gleich dir, hinterm Gitter, damals,

      der

      maltesische Jude, groß-

      lippig – ihn

      sprang der Knochen an, jäher

      als dich, der Knochen,

      den ein schon Morgiger warf –,

      du

      sollst nicht

      aufsehn zum Himmel, du ließest

      ihn denn, wie er dich,

      im Stich, neben-

      lichtig.

      . . . . . . . . . . . . . . .

      Schwester Kastanie, Vielblatt,

      mit deinem blanken

      Hiedrüben.

      * * *

      DU DURCHKLAFTERST

      Farbenstoß, Zahlwurf, Verkenntnis,

      viele

      sagen:

      du bists, wir verwissens,

      viele verneinen sich an dir,

      der du sie dir einzeln

      erjast,

      aufständisch wie

      der dem Handgesagten geschenkte

      Steinmut,

      der sich hinhob zur Welt

      am Saum des gewendeten Schweigens

      und aller Gefahr.

      * * *

      FÜR ERIC

      In der Flüstertüte

      buddelt Geschichte,

      in den Vororten raupen die Tanks,

      unser Glas

      füllt sich mit Seide,

      wir stehn.

      * * *

      DEIN BLONDSCHATTEN, auf

      Schwimmtrense gezäumt,

      schwenkt die Wasserschabracke,

      – auch du

      hättest ein Recht auf Paris,

      würdest du deiner

      bitterer inne –,

      dein Hankenmal, farblos

      skizziert es die halb-

      nahe Levade.

      * * *

      DIE ABGRÜNDE STREUNEN: Summkies –:

      dem kommst du bei

      mit Taubheitsgefühlen

      und Unschlaf,

      und kämen – die Lockstoffe geistern

      den Fahnenmast hoch –,

      kämen auch hier

      die Albembleme geflattert,

      du wärst, dich erplündernd,

      gebieterisch-gleich

      ihr Entzwei.

      * * *

      DEIN MÄHNEN-ECHO

      – ihm wusch ich den Stein aus –,

      mit Rauhreif beschlagen,

      mit entsiegelter

      Stirn beleu-

      mundet

      von mir.

      * * *

      IV

      DAS IM-OHRGERÄT treibt eine Blüte,

      du bist ihr Jahr, dich beredet

      die Welt ohne Zunge,

      das weiß

      jeder sechste.

      * * *

      DER HALBZERFRESSENE Wimpel

      frißt alle Länder vom Meer fort,

      alle Meere vom Land,

      ein weiterer Name

      – du, du beleb dich! –

      muß eine Ziffer

      dulden,

      Unzählbarer du:

      um ein Un-

      zeichen

      bist du ihnen allen

      voraus.

      * * *

      EIN BLATT, baumlos,

      für Bertolt Brecht:

      Was sind das für Zeiten,

      wo ein Gespräch

      beinah ein Verbrechen ist,

      weil es soviel Gesagtes

      mit einschließt?

      * * *

      PLAYTIME: die Fenster, auch sie,

      lesen dir alles Geheime

      heraus aus den Wirbeln

      und spiegelns

      ins gallertäugige Drüben,

      doch

      auch hier,

      wo du die Farbe verfehlst, schert ein Mensch aus, entstummt,

      wo die Zahl dich zu äffen versucht,

      ballt sich Atem, dir zu,

      gestärkt

      hält die Stunde inne bei dir,

      du sprichst,

      du stehst,

      den vergleichnisten Boten

      aufs härteste über

      an Stimme

      an Stoff.

      * * *

      AUS DER VERGÄNGNIS

      stehen die Stufen,

      das ins Ohr Geträufelte

      mündigt die Vorzeit darin,

      Fjorde

      sind Dochte,

      nüchtern Erzähltes

      träumt,

      du berührst es, ein Tag-

      verschworner.

      * * *

      OFFENE GLOTTIS, Luftstrom,

      der

      Vokal, wirksam,

      mit dem einen

      Formanten,

      Mitlautstöße, gefiltert

      von weithin

      Ersichtlichem,

      Reizschutz: Bewußtsein,

      unbesetzbar

      ich und auch du,

      überwahr-

      heitet

      das augen-, das

      gedächtnisgierige rollende

      Waren-

      zeichen,

      der Schläfenlappen intakt,

      wie der Sehstamm.

      * * *

      AUS DEM MOORBODEN ins

      Ohnebild steigen,

      ein Häm

      im Flintenlauf Hoffnung,

      das Ziel, wie Ungeduld mündig,

      darin.

      Dorfluft, rue Tournefort.

      * * *

      HOCHMOOR, uhrglas-

      förmig (einer hat Zeit),

      soviel Ritter, sonnentausüchtig,

      aus dem

      Lagg

      stehen die Sabbatkerzen nach oben,

      Schwingmoor, wenn du vertorfst,

      entzeigere ich

      den Gerechten.

      * * *

      ERZFLITTER, tief im

      Aufruhr, Erzväter.

      Du behilfst dir

      damit,

      als sprächen, mit ihnen,

      Angiospermen

      ein offenes

      Wort.

      Kalkspur Posaune.

      Verlorenes findet

      in den Karstwannen

      Kargheit, Klarheit.

      * * *

      EINKANTER: Rembrandt,

      auf du und du mit dem Lichtschliff,

      abgesonnen dem Stern

      als Bartlocke, schläfig,

      Handlinien queren die Stirn,

      im Wüstengeschiebe, auf

      den Tischfelsen

      schimmert dir um den

      rechten Mundwinkel der

      sechzehnte Psalm.

      * * *

      MIT REBMESSERN, bei

      Gebethub,

      alle Marssegel spleißen,

      herkämpfend, stehend, hinter

      der Wimper, im Ölrock,

      von Güssen gesalbt,

      den Kalmengürtel schnüren

      um deine Ulkspake, Beiboot

      Welt.

      * * *

      LÖSSPUPPEN: also

      hier steints nicht,

      nur Landschneckenhäuser,

      unausgeblasen,


      sagen zur Wüste: du

      bist bevölkert –:

      die Wildpferde stoßen

      in Mammut-

      hörner:

      Petrarca

      ist wieder

      in Sicht.

      * * *

      V

      STAHLSCHÜSSIGER SEHSTEIN, umstirnter,

      dies hier:

      die Palmfarne, jetzt,

      in Castrup: ein

      metallischer Vortrupp

      des nächsten

      Urjahrhunderts,

      eine Flughaut, lippig,

      du

      durchstößt sie,

      die bildersüchtige blanke

      Rolltreppe

      kann dich nicht spiegeln.

      * * *

      UND KRAFT UND SCHMERZ

      und was mich stieß

      und trieb und hielt:

      Hall-Schalt-

      Jahre,

      Fichtenrausch, einmal,

      dein Typhus, Tanja,

      die wildernde Überzeugung,

      daß dies anders zu sagen sei als

      so.

      * * *

      MITERHOBEN

      von den Geräuschen,

      forderst du – Glas

      feindet an, was immer

      undurchdringlicher dein ist –,

      forderst du alles

      in seine Aura,

      das Quentchen Mut

      bittert sich ein,

      wachsam:

      es weiß, daß du weißt.

      * * *

      STEINSCHLAG hinter den Käfern.

      Da sah ich einen, der log nicht,

      heimstehn in seine Verzweiflung.

      Wie deinem Einsamkeitssturm

      glückt ihm die weit

      ausschreitende Stille.

      * * *

      ICH SCHREITE deinen Verrat aus,

      Fußspangen an

      allen Seins-

      gelenken,

      Krümelgeister

      kalben

      aus deinen gläsernen

      Titten,

      mein Stein ist gekommen zu dir,

      selbstentgittert, du inwendig

      Ottern-

      befrachtete,

      du verhebst dich

      an meinem leichtesten Schmerz,

      du wirst sichtbar,

      irgendein Toter, ganz bei sich,

      setzt Lee über Luv.

      * * *

      LEUCHTSTÄBE, deren

      Gespräch,

      auf Verkehrsinseln,

      mit endlich beurlaubten

      Wappen-Genüssen,

      Bedeutungen

      grätschen im aufgerissenen Pflaster,

      das Küken

      Zeit, putt, putt, putt,

      schlüpft in den Kraken-Nerv,

      zur Behandlung,

      ein Saugarm holt sich

      den Jutesack voller

      Beschlußmurmeln aus

      dem Klöten-ZK,

      die Düngerrinne herauf und herunter

      kommt Evidenz.

      * * *

      EIN LESEAST, einer,

      die Stirnhaut versorgend,

      eine Lichtquelle, von dir

      schläfrig geschluckt,

      passiert das hungrige

      Wirtsgewebe,

      Sehhilfe, streifig,

      über mondbefahrene

      Rückstreu-Sonden. Im großen: im kleinen.

      Erden, immer noch, Erden.

      Hornhautüber-

      zogner Basalt,

      raketengeküßt:

      kosmisches

      Umlauf-Geschau, und doch:

      Binnenland-Horizonte.

      Terrestrisch, terrestrisch.

      Ein Leseast, einer,

      die Stirnhaut versorgend – als schriebst du

      Gedichte –,

      er trifft auf den Kartengruß auf,

      damals, vorm

      Blutklumpenort, auf der Lungen-

      schwelle, jahrhin, aus Pilsen,

      jahrüber,

      zeitwild von soviel

      Leisegepreßtem:

      Bon vent, bonne mer,

      ein flackernder

      Hirnlappen, ein

      Meerstück,

      hißt, wo du lebst,

      seine Hauptstadt, die

      unbesetzbare.

      * * *

      ZERR DIR den Traum vom Stapel,

      pack deinen Schuh rein,

      Rauschelbeeräugige, komm,

      schnür zu.

      * * *

      KALK-KROKUS, im

      Hellwerden: dein

      steckbriefgereiftes

      Von-dort-und-auch-dort-her,

      unspaltbar,

      Sprengstoffe

      lächeln dir zu,

      die Delle Dasein

      hilft einer Flocke

      aus sich heraus,

      in den Fundgruben

      staut sich die Moldau.

      * * *

      ES SIND SCHON die Kabel gelegt

      zum Glück hinter dir

      und zu dessen

      munitionierten

      Bereitstellungslinien,

      in den Entlastungs-

      städten,

      dir zugewandt,

      wo sie Gesundheitserreger versprühen,

      melden melodische

      Antitoxine

      den Rennfahrerspurt

      durch dein Gewissen.

      * * *

      IN DEN EINSTIEGLUKEN zur Wahrheit

      beten die Spürgeräte,

      bald kommen die Mauern geflogen

      zu den Verhandlungstischen,

      die Embleme palavern

      sich Blut ab,

      eine Krähe setzt

      ihren halbgesichtigen

      Peil-Flügel auf

      halbmast.

      * * *

      UND JETZT, bei strategischer

      Großlage, klauen-

      signiertes

      Gesinnungs-Lametta,

      eine Wortlitze, rot-

      gefüttert,

      näht sich den Mündern

      gesamtbarock in die

      wund-

      geschwiegene

      Kommissur.

      Schimmelbrothelle

      eckt an,

      abgekämpfte

      Gedanken, was sonst,

      stellen sich quer.

      * * *

      SCHNELLFEUER-PERIHEL.

      Reite dein Staubkorn zu,

      ihr müßt mit,

      mahnt das Flugblatt.

      (Du, Akosmische, als ich.)

      Eines Knödels Trabanten, klug,

      auf den Geister-Pawlatschen.

      * * *

      WIR ÜBERTIEFTEN, geeinsamt

      in der Gefrornis.

      Jedes Hängetal karrt eine Wimper

      an den Augenabdruck

      und seinen Steinkern

      heran.

      * * *

      HINTER SCHLÄFENSPLITTERN,

      im notfrischen

      Holzwein,

      (der Ort, wo du herkommst,

      er redet sich finster, südwärts),

      dahlienfürchtig bei Gold,

      auf immer heiterern

      Stühlen.

      * * *

      BERGUNG allen

      Abwässerglucksens

      im Briefmarken-Unken-

      ruf. Cor-

      respondenz.

      Euphorisierte

      Zeitlupenchöre behirnter

      Zukunftssaurier

      heizen ein Selbstherz.

      Dessen

      Abstoß, ich wintre

      zu dir über.

      * * *

      DAS GEDUNKELTE Splitterecho,

      hirnstrom-

      hin,

      die Buhne über der Windung,

      auf die es zu stehn kommt,

      soviel

      Unverfenstertes dort,

      sieh nur,

      die Schütte

      müßiger Andacht,

      einen

      Kolbenschlag von

      den Gebetssilos weg,

      einen und keinen.

      * * *

      DIE EWIGKEIT hält sich in Grenzen:

      leicht
    , in ihren

      gewaltigen Meß-Tentakeln,

      bedachtsam,

      rotiert die von Finger-

      nägeln durchleuchtbare

      Blutzucker-Erbse.

      Zeitgehöft

      I

      Wanderstaude, du fängst dir

      eine der Reden,

      die abgeschworene Aster

      stößt hier hinzu,

      wenn einer, der

      die Gesänge zerschlug,

      jetzt spräche zum Stab,

      seine und aller

      Blendung

      bliebe aus.

      * * *

      Gehässige Monde

      räkeln sich geifernd

      hinter dem Nichts,

      die sach-

      kundige Hoffnung, die halbe,

      knipst sich aus,

      Blaulicht jetzt, Blaulicht,

      in Tüten,

      Elend, in harten

      Trögen flambiert,

      ein Wurfsteinspiel

      rettet die Stirnen,

      du rollst die Altäre

     


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