Online Read Free Novel
  • Home
  • Romance & Love
  • Fantasy
  • Science Fiction
  • Mystery & Detective
  • Thrillers & Crime
  • Actions & Adventure
  • History & Fiction
  • Horror
  • Western
  • Humor

    Ahead of All Parting

    Page 7
    Prev Next


      ist mein Gesicht nicht ausgestellt, verwächst

      in dich und setzt sich dunkel

      unendlich fort in dein geschütztes Herz.

      II

      Wie man ein Tuch vor angehäuften Atem,

      nein: wie man es an eine Wunde preßt,

      aus der das Leben ganz, in einem Zug,

      hinauswill, hielt ich dich an mich: ich sah,

      du wurdest rot von mir. Wer spricht es aus,

      was uns geschah? Wir holten jedes nach,

      wozu die Zeit nie war. Ich reifte seltsam

      in jedem Antrieb übersprungner Jugend,

      und du, Geliebte, hattest irgendeine

      wildeste Kindheit über meinem Herzen.

      III

      Entsinnen ist da nicht genug, es muß

      von jenen Augenblicken pures Dasein

      auf meinem Grunde sein, ein Niederschlag

      der unermeßlich überfüllten Lösung.

      Denn ich gedenke nicht, das, was ich bin

      rührt mich um deinetwillen. Ich erfinde

      dich nicht an traurig ausgekühlten Stellen,

      [TO LOU ANDREAS-SALOMÉ]

      I

      I kept myself too open, I forgot

      that outside there are not just Things, not just

      animals at home within themselves,

      whose eyes do not reach out from their life’s roundness

      differently than a picture from its frame;

      that all along I snatched into myself

      glances, opinion, curiosity.

      For all we know, eyes may appear in space,

      staring down. Only when hurled in you

      is my face not imperiled, as it grows

      into you, as it continues darkly

      forever onward within your sheltered heart.

      II

      As one would hold a handkerchief in front of

      one’s piled-up breath … no: as one would press it

      against a wound from which life, all in one spurt,

      is trying to escape—I held you close

      till you were red with me. Who can describe

      what happened to us? We made up for all

      that there had been no time for. I ripened strangely

      in every impulse of my unlived youth,

      and you, Beloved, found yourself beginning

      a kind of savage childhood in my heart.

      III

      Remembering them will not suffice: there must,

      from all those moments, still remain a pure

      existence in my depths, the sediment

      from a measurelessly overfilled solution.

      For I am not recalling: what I am

      moves me because of you. It’s not that I

      discover you at the sad, cooled-off places

      von wo du wegkamst; selbst, daß du nicht da bist,

      ist warm von dir und wirklicher und mehr

      als ein Entbehren. Sehnsucht geht zu oft

      ins Ungenaue. Warum soll ich mich

      auswerfen, während mir vielleicht dein Einfluß

      leicht ist, wie Mondschein einem Platz am Fenster.

      you left; the very fact that you’re not there

      is warm with you and realer and is more

      than a privation. Yearning ends so often

      in vagueness. Why should I be desperate while

      your presence still can fall upon me, gently

      as moonlight on a seat beside the window.

      Die Mandelbäume in Blüte: alles, was wir

      hier leisten können, ist, sich ohne Rest erkennen

      in der irdischen Erscheinung.

      Unendlich staun ich euch an, ihr Seligen, euer Benehmen,

      wie ihr die schwindliche Zier traget in ewigem Sinn.

      Ach wers verstünde zu blühn: dem war das Herz über alle

      schwachen Gefahren hinaus und in der großen getrost.

      [THE ALMOND TREES IN BLOSSOM]

      The almond trees in blossom: all we can

      achieve here is the traceless recognition of

      ourselves in earthly appearance.

      Endlessly I gaze at you in wonder, blessed ones, at your composure,

      at how in eternal delight you bear your vanishing beauty.

      Ah, if only we knew how to blossom: our heart would pass beyond every

      small danger, and would find peace in the greatest danger of all.

      DIE SPANISCHE TRILOGIE

      [I]

      Aus dieser Wolke, siehe: die den Stern

      so wild verdeckt, der eben war—(und mir),

      aus diesem Bergland drüben, das jetzt Nacht,

      Nachtwinde hat für eine Zeit—(und mir),

      aus diesem Fluß im Talgrund, der den Schein

      zerrissner Himmels-Lichtung fängt—(und mir);

      aus mir und alledem ein einzig Ding

      zu machen, Herr: aus mir und dem Gefühl,

      mit dem die Herde, eingekehrt im Pferch,

      das große dunkle Nichtmehrsein der Welt

      ausatmend hinnimmt—, mir und jedem Licht

      im Finstersein der vielen Häuser, Herr:

      ein Ding zu machen; aus den Fremden, denn

      nicht Einen kenn ich, Herr, und mir und mir

      ein Ding zu machen; aus den Schlafenden,

      den fremden alten Männern im Hospiz,

      die wichtig in den Betten husten, aus

      schlaftrunknen Kindern an so fremder Brust,

      aus vielen Ungenaun und immer mir,

      aus nichts als mir und dem, was ich nicht kenn,

      das Ding zu machen, Herr Herr Herr, das Ding,

      das welthaft-irdisch wie ein Meteor

      in seiner Schwere nur die Summe Flugs

      zusammennimmt: nichts wiegend als die Ankunft.

      [II]

      Warum muß einer gehn und fremde Dinge

      so auf sich nehmen, wie vielleicht der Träger

      den fremdlings mehr und mehr gefüllten Marktkorb

      von Stand zu Stand hebt und beladen nachgeht

      und kann nicht sagen: Herr, wozu das Gastmahl?

      *

      THE SPANISH TRILOGY

      I

      From this cloud, look!, which has so wildly covered

      the star that just now shone there—(and from me),

      from these dark clustered hills which hold the night,

      the night-winds, for a while—(and from me),

      from this stream in the valley which has caught

      the jagged glow of the night sky—(and from me);

      from me, Lord, and from all of this, to make

      one single Thing; from me and the slow breathing

      with which the flock, penned in the fold at dusk,

      endures the great dark absence of the world—,

      from me and every candle flickering

      in the dimness of the many houses, Lord:

      to make one Thing; from strangers, for I know

      no one here, Lord, and from me, from me,

      to make one Thing; from sleepers in these houses,

      from old men left alone at the asylum

      who cough in bed, importantly, from children

      drunk with sleep upon the breasts of strangers,

      from so much that is uncertain and from me,

      from me alone and from what I do not know,

      to make the Thing, Lord Lord Lord, the Thing

      which, earthly and cosmic, like a meteor

      gathers within its heaviness no more than

      the sum of flight: and weighs nothing but arrival.

      II

      Why must a man be always taking on

      Things not his own, as if he were a servant

      whose marketing-bag grows heavier and heavier

      from stall to stall and, loaded down, he follows

      and doesn’t dare ask: Master, why this banquet?

      *

      Warum muß einer dastehn wie ein Hirt,

      so ausgesetzt dem Übermaß von Einfluß,

      beteiligt so an diesem Raum voll Vorgang,

      daß er gelehn
    t an einen Baum der Landschaft

      sein Schicksal hätte, ohne mehr zu handeln.

      Und hat doch nicht im viel zu großen Blick

      die stille Milderung der Herde. Hat

      nichts als Welt, hat Welt in jedem Aufschaun,

      in jeder Neigung Welt. Ihm dringt, was andern

      gerne gehört, unwirtlich wie Musik

      und blind ins Blut und wandelt sich vorüber.

      Da steht er nächtens auf und hat den Ruf

      des Vogels draußen schon in seinem Dasein

      und fühlt sich kühn, weil er die ganzen Sterne

      in sein Gesicht nimmt, schwer—, o nicht wie einer,

      der der Geliebten diese Nacht bereitet

      und sie verwöhnt mit den gefühlten Himmeln.

      [III]

      Daß mir doch, wenn ich wieder der Städte Gedräng

      und verwickelten Lärmknäul und die

      Wirrsal des Fahrzeugs um mich habe, einzeln,

      daß mir doch über das dichte Getrieb

      Himmel erinnerte und der erdige Bergrand,

      den von drüben heimwärts die Herde betrat.

      Steinig sei mir zu Mut

      und das Tagwerk des Hirten scheine mir möglich,

      wie er einhergeht und bräunt und mit messendem Steinwurf

      seine Herde besäumt, wo sie sich ausfranst.

      Langsamen Schrittes, nicht leicht, nachdenklichen Körpers,

      aber im Stehn ist er herrlich. Noch immer dürfte ein Gott

      heimlich in diese Gestalt und würde nicht minder.

      Abwechselnd weilt er und zieht, wie selber der Tag,

      und Schatten der Wolken

      durchgehn ihn, als dächte der Raum

      langsam Gedanken für ihn.

      *

      Why must a man keep standing like a shepherd,

      exposed, in such an overflow of power,

      so much a part of this event-filled landscape,

      that if he were to lean back against a tree trunk

      he would complete his destiny, forever.

      Yet does not have, in his too open gaze,

      the silent comfort of the flock: has nothing

      but world; has world each time he lifts his head;

      each time he looks down—world. What gladly yields

      to others, pierces him like music, blindly

      enters his blood, changes, disappears.

      At night he stands up, the distant call of birds

      already deep inside him; and feels bold

      because he has taken all the galaxies

      into his face, not lightly—, oh not like someone

      who prepares a night like this for his beloved

      and treats her to the skies that he has known.

      III

      Let me, though, when again I have all around me

      the chaos of cities, the tangled

      skein of commotion, the blare of the traffic, alone,

      let me, above the most dense confusion,

      remember this sky and the darkening rim of the valley

      where the flock appeared, echoing, on its way home.

      Let my courage be like a rock,

      let the daily task of the shepherd seem possible to me,

      as he moves about and, throwing a stone to measure it,

      fixes the hem of his flock where it has grown ragged.

      His solemn, unhurried steps, his contemplative body,

      his majesty when he stands: even today a god

      could secretly enter this form and not be diminished.

      He alternately lingers and moves, like the day itself,

      and shadows of clouds

      pass through him, like thoughts which space

      is thinking, slowly, for him.

      *

      Sei er wer immer für euch. Wie das wehende Nachtlicht

      in den Mantel der Lampe stell ich mich innen in ihn.

      Ein Schein wird ruhig. Der Tod

      fände sich reiner zurecht.

      Let him be whomever you wish. Like a fluttering candle

      into a stormlamp, I place myself there inside him.

      A glow becomes peaceful. May death

      more easily find its way.

      DER GEIST ARIEL

      (Nach der Lesung von Shakespeares Sturm)

      Man hat ihn einmal irgendwo befreit

      mit jenem Ruck, mit dem man sich als Jüngling

      ans Große hinriß, weg von jeder Rücksicht.

      Da ward er willens, sieh: und seither dient er,

      nach jeder Tat gefaßt auf seine Freiheit.

      Und halb sehr herrisch, halb beinah verschämt,

      bringt mans ihm vor, daß man für dies und dies

      ihn weiter brauche, ach, und muß es sagen,

      was man ihm half. Und dennoch fühlt man selbst,

      wie alles das, was man mit ihm zurückhält,

      fehlt in der Luft. Verführend fast und süß:

      ihn hinzulassen—, um dann, nicht mehr zaubernd,

      ins Schicksal eingelassen wie die andern,

      zu wissen, daß sich seine leichte Freundschaft,

      jetzt ohne Spannung, nirgends mehr verpflichtet,

      ein Überschuß zu dieses Atmens Raum,

      gedankenlos im Element beschäftigt.

      Abhängig fürder, länger nicht begabt,

      den dumpfen Mund zu jenem Ruf zu formen,

      auf den er stürzte. Machtlos, alternd, arm

      und doch ihn atmend wie unfaßlich weit

      verteilten Duft, der erst das Unsichtbare

      vollzählig macht. Auflächelnd, daß man dem

      so winken durfte, in so großen Umgang

      so leicht gewöhnt. Aufweinend vielleicht auch,

      wenn man bedenkt, wie’s einen liebte und

      fortwollte, beides, immer ganz in Einem.

      (Ließ ich es schon? Nun schreckt mich dieser Mann,

      der wieder Herzog wird. Wie er sich sanft

      den Draht ins Haupt zieht und sich zu den andern

      Figuren hängt und künftighin das Spiel

      ARIEL

      (After reading Shakespeare’s Tempest)

      Once, somewhere, somehow, you had set him free

      with that sharp jolt which as a young man tore you

      out of your life and vaulted you to greatness.

      Then he grew willing; and, since then, he serves,

      after each task impatient for his freedom.

      And half imperious, half almost ashamed,

      you make excuses, say that you still need him

      for this and that, and, ah, you must describe

      how you helped him. Yet you feel, yourself,

      that everything held back by his detention

      is missing from the air. How sweet, how tempting:

      to let him go—to give up all your magic,

      submit yourself to destiny like the others,

      and know that his light friendship, without strain now,

      with no more obligations, anywhere,

      an intensifying of this space you breathe,

      is working in the element, thoughtlessly.

      Henceforth dependent, never again empowered

      to shape the torpid mouth into that call

      at which he dived. Defenseless, aging, poor,

      and yet still breathing him in, like a fragrance

      spread endlessly, which makes the invisible

      complete for the first time. Smiling that you ever

      could summon him and feel so much at home

      in that vast intimacy. Weeping too, perhaps,

      when you remember how he loved and yet

      wished to leave you: always both, at once.

      (Have I let go already? I look on,

      terrified by this man who has become

      a duke again. How easily he draws

      the wire through his head and hangs himself

      up with the other puppets; then steps forward

      to ask the audience for their applause

      um Milde bittet.… Welcher Epilog

      vollbrachter Herrschaft.
    Abtun, bloßes Dastehn

      mit nichts als eigner Kraft: “und das ist wenig.”)

      and their indulgence.… What consummate power:

      to lay aside, to stand there nakedly

      with no strength but one’s own, “which is most faint.”)

      So angestrengt wider die starke Nacht

      werfen sie ihre Stimmen ins Gelächter,

      das schlecht verbrennt. O aufgelehnte Welt

      voll Weigerung. Und atmet doch den Raum,

      in dem die Sterne gehen. Siehe, dies

      bedürfte nicht und könnte, der Entfernung

      fremd hingegeben, in dem Übermaß

      von Fernen sich ergehen, fort von uns.

      Und nun geruhts und reicht uns ans Gesicht

      wie der Geliebten Aufblick; schlägt sich auf

      uns gegenüber und zerstreut vielleicht

      an uns sein Dasein. Und wir sinds nicht wert.

      Vielleicht entziehts den Engeln etwas Kraft,

      daß nach uns her der Sternenhimmel nachgiebt

      und uns hereinhängt ins getrübte Schicksal.

      Umsonst. Denn wer gewahrts? Und wo es einer

      gewärtig wird: wer darf noch an den Nacht-Raum

      die Stirne lehnen wie ans eigne Fenster?

      Wer hat dies nicht verleugnet? Wer hat nicht

      in dieses eingeborne Element

      gefälschte, schlechte, nachgemachte Nächte

      hereingeschleppt und sich daran begnügt?

      Wir lassen Götter stehn um gohren Abfall,

      denn Götter locken nicht. Sie haben Dasein

      und nichts als Dasein, Überfluß von Dasein,

      doch nicht Geruch, nicht Wink. Nichts ist so stumm

      wie eines Gottes Mund. Schön wie ein Schwan

      auf seiner Ewigkeit grundlosen Fläche:

      so zieht der Gott und taucht und schont sein Weiß.

      Alles verführt. Der kleine Vogel selbst

      tut Zwang an uns aus seinem reinen Laubwerk,

      die Blume hat nicht Raum und drängt herüber;

      was will der Wind nicht alles? Nur der Gott,

      wie eine Säule, läßt vorbei, verteilend

     


    Prev Next
Online Read Free Novel Copyright 2016 - 2026