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    Breathturn into Timestead

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      weiß, wie oft ich dir bis

      in die Kehle hinaufsang, heidideldu,

      wie die heidelbeerblaue

      Erle der Heimat mit all ihrem Laub,

      heidudeldi,

      du, wie die

      Astralflöte von

      jenseits des Weltgrats – auch da

      schwammen wir, Nacktnackte, schwammen,

      den Abgrundvers auf

      brandroter Stirn – unverglüht grub

      sich das tief-

      innen flutende Gold

      seine Wege nach oben –,

      hier,

      mit bewimperten Segeln,

      fuhr auch Erinnrung vorbei, langsam

      sprangen die Brände hinüber, ab-

      getrennt, du,

      abgetrennt auf

      den beiden blau-

      schwarzen Gedächtnis-

      schuten,

      doch angetrieben auch jetzt

      vom Tausend-

      arm, mit dem ich dich hielt,

      kreuzen, an Sternwurf-Kaschemmen vorbei,

      unsre immer noch trunknen, trinkenden,

      nebenweltlichen Münder – ich nenne nur sie –,

      bis drüben am zeitgrünen Uhrturm

      die Netz-, die Ziffernhaut lautlos

      sich ablöst – ein Wahndock,

      schwimmend, davor

      abweltweiß die

      Buchstaben der

      Großkräne einen

      Unnamen schreiben, an dem

      klettert sie hoch, zum Todessprung, die

      Laufkatze Leben,

      den

      baggern die sinn-

      gierigen Sätze nach Mitternacht aus,

      nach ihm

      wirft die neptunische Sünde ihr korn-

      schnapsfarbenes Schleppseil,

      zwischen

      zwölf-

      tonigen Liebeslautbojen

      – Ziehbrunnenwinde damals, mit dir

      singt es im nicht mehr

      binnenländischen Chor –

      kommen die Leuchtfeuerschiffe getanzt,

      weither, aus Odessa,

      die Tieflademarke,

      die mit uns sinkt, unsrer Last treu,

      eulenspiegelt das alles

      hinunter, hinauf und – warum nicht? wundgeheilt, wo-,

      wenn –

      herbei und vorbei und herbei.

      * * *

      III

      SCHWARZ,

      wie die Erinnerungswunde,

      wühlen die Augen nach dir

      in dem von Herzzähnen hell-

      gebissenen Kronland,

      das unser Bett bleibt:

      durch diesen Schacht mußt du kommen –

      du kommst.

      Im Samen-

      sinn

      sternt dich das Meer aus, zuinnerst, für immer.

      Das Namengeben hat ein Ende,

      über dich werf ich mein Schicksal.

      * * *

      HAMMERKÖPFIGES, im

      Zeltgang,

      neben uns her, der doppelten,

      langsam strömenden Rotspur.

      Silbriges:

      Hufsprüche, Schlaflied-

      gewieher – Traum-

      hürde und -wehr –: niemand

      soll weiter, nichts.

      Dich unter mir, kentaurisch

      gebäumt,

      münd ich in unsern hinüber-

      rauschenden Schatten.

      * * *

      LANDSCHAFT mit Urnenwesen.

      Gespräche

      von Rauchmund zu Rauchmund.

      Sie essen:

      die Tollhäusler-Trüffel, ein Stück

      unvergrabner Poesie,

      fand Zunge und Zahn.

      Eine Träne rollt in ihr Auge zurück.

      Die linke, verwaiste

      Hälfte der Pilger-

      muschel – sie schenkten sie dir,

      dann banden sie dich –

      leuchtet lauschend den Raum aus:

      das Klinkerspiel gegen den Tod

      kann beginnen.

      * * *

      DIE GAUKLERTROMMEL,

      von meinem Herzgroschen laut.

      Die Sprossen der Leiter, über

      die Odysseus, mein Affe, nach Ithaka klettert,

      rue de Longchamp, eine Stunde

      nach dem verschütteten Wein:

      tu das zum Bild,

      das uns heimwürfelt in

      den Becher, in dem ich bei dir lieg,

      unausspielbar.

      * * *

      WENN DU IM BETT

      aus verschollenem Fahnentuch liegst,

      bei blauschwarzen Silben, im Schneewimperschatten,

      kommt, durch Gedanken-

      güsse,

      der Kranich geschwommen, stählern –

      du öffnest dich ihm.

      Sein Schnabel tickt dir die Stunde

      in jeden Mund – in jeder

      glöcknert, mit glutrotem Strang, ein Schweige-

      Jahrtausend,

      Unfrist und Frist

      münzen einander zutode,

      die Taler, die Groschen

      regnen dir hart durch die Poren,

      in

      Sekundengestalt

      fliegst du hin und verrammelst

      die Türen Gestern und Morgen, – phosphorn,

      wie Ewigkeitszähne,

      knospt deine eine, knospt auch die

      andere Brust,

      den Griffen entgegen, unter

      den Stößen –: so dicht,

      so tief

      gestreut

      ist der sternige

      Kranich-

      Same.

      * * *

      HINTERM KOHLEGEZINKTEN Schlaf

      – man kennt unsre Kate –,

      wo uns der Traumkamm schwoll, feurig, trotz allem,

      und ich die Goldnägel trieb in unser

      nebenher sargschön

      schwimmendes Morgen,

      da schnellten die Ruten königlich vor unserm Aug,

      Wasser kam, Wasser,

      bissig

      gruben sich Kähne voran durch die Großsekunde Gedächtnis,

      es trieb das Getier mit den Schlamm-Mäulern um uns

      – so viel

      fing noch kein Himmel –,

      was warst du, Zerrissene, doch

      wieder für eine Reuse! –, trieb das Getier, das Getier,

      Salzhorizonte

      bauten an unsern Blicken, es wuchs ein Gebirg

      weit hinaus in die Schlucht,

      in der meine Welt die deine

      aufbot, für immer.

      * * *

      IN PRAG

      Der halbe Tod,

      großgesäugt mit unserm Leben,

      lag aschenbildwahr um uns her –

      auch wir

      tranken noch immer, seelenverkreuzt, zwei Degen,

      an Himmelssteine genäht, wortblutgeboren

      im Nachtbett,

      größer und größer

      wuchsen wir durcheinander, es gab

      keinen Namen mehr für

      das, was uns trieb (einer der Wieviel-

      unddreißig

      war mein lebendiger Schatten,

      der die Wahnstiege hochklomm zu dir?),

      ein Turm,

      baute der Halbe sich ins Wohin,

      ein Hradschin

      aus lauter Goldmacher-Nein,

      Knochen-Hebräisch,

      zu Sperma zermahlen,

      rann durch die Sanduhr,

      die wir durchschwammen, zwei Träume jetzt, läutend

      wider die Zeit, auf den Plätzen.

      * * *

      VON DER ORCHIS HER –

      geh, zähl

      die Schatten der Schritte zusammen bis zu ihr

      hinterm Fünfgebirg Kindheit –,

      von ihr her, der

      ich das Halbwort abgewinn für die Zwölfnacht,

      kommt meine Hand dich zu greifen

      für immer.

      Ein kleines Verhängnis, so groß

      wie der Herzpunkt, den ich

      hinter dein meinen Namen

      stammelndes Aug setz,

    &nbs
    p; ist mir behilflich.

      Du kommst auch,

      wie über Wiesen,

      und bringst das Bild einer Kaimauer mit,

      da würfelten, als

      unsre Schlüssel, tief im Verwehrten,

      sich kreuzten in Wappengestalt,

      Fremde mit dem, was

      wir beide noch immer besitzen

      an Sprache,

      an Schicksal.

      * * *

      HALBZERFRESSENER, masken-

      gesichtiger Kragstein,

      tief

      in der Augenschlitz-Krypta:

      Hinein, hinauf

      ins Schädelinnre,

      wo du den Himmel umbrichst, wieder und wieder,

      in Furche und Windung

      pflanzt er sein Bild,

      das sich entwächst, entwächst.

      * * *

      AUS FÄUSTEN, weiß

      von der aus der Wortwand

      freigehämmerten Wahrheit,

      erblüht dir ein neues Gehirn.

      Schön, durch nichts zu verschleiern,

      wirft es sie, die

      Gedankenschatten.

      Darin, unverrückbar,

      falten sich, heut noch,

      zwölf Berge, zwölf Stirnen.

      Die auch von dir her stern-

      äugige Streunerin Schwermut

      erfährts.

      * * *

      SCHWIRRHÖLZER fahren ins Licht, die Wahrheit

      gibt Nachricht.

      Drüben die Ufer-

      böschung schwillt uns entgegen,

      ein dunkler

      Tausendglanz – die

      auferstandenen Häuser! –

      singt.

      Ein Eisdorn – auch wir

      hatten gerufen –

      versammelt die Klänge.

      * * *

      ABENDS, in

      Hamburg, ein

      unendlicher Schuhriemen – an

      ihm

      kauen die Geister –

      bindet zwei blutige Zehen zusammen

      zum Wegschwur.

      * * *

      BEI DEN ZUSAMMENGETRETENEN

      Zeichen, im

      worthäutigen Ölzelt, am Ausgang

      der Zeit,

      hellgestöhnt

      ohne Laut

      – du, Königsluft, ans

      Pestkreuz genagelte, jetzt

      blühst du –,

      porenäugig,

      schmerzgeschuppt, zu

      Pferde.

      * * *

      DAS AUFWÄRTSSTEHENDE LAND,

      rissig,

      mit der Flugwurzel, der

      Steinatem zuwächst.

      Auch hier

      stürzen die Meere hinzu, aus der Steilschlucht,

      und dein sprach-

      pockiger, panischer

      Ketzer

      kreuzt.

      * * *

      DAS UMHERGESTOSSENE

      Immer-Licht, lehmgelb,

      hinter

      Planetenhäuptern.

      Erfundene

      Blicke, Seh-

      narben,

      ins Raumschiff gekerbt,

      betteln um Erden-

      münder.

      * * *

      ASCHENGLORIE hinter

      deinen erschüttert-verknoteten

      Händen am Dreiweg.

      Pontisches Einstmals: hier,

      ein Tropfen,

      auf

      dem ertrunkenen Ruderblatt,

      tief

      im versteinerten Schwur,

      rauscht es auf.

      (Auf dem senkrechten

      Atemseil, damals,

      höher als oben,

      zwischen zwei Schmerzknoten, während

      der blanke

      Tatarenmond zu uns heraufklomm,

      grub ich mich in dich und in dich.)

      Aschen-

      glorie hinter

      euch Dreiweg-

      Händen.

      Das vor euch, vom Osten her, Hin-

      gewürfelte, furchtbar.

      Niemand

      zeugt für den

      Zeugen.

      * * *

      IV

      DAS GESCHRIEBENE höhlt sich, das

      Gesprochene, meergrün,

      brennt in den Buchten,

      in den

      verflüssigten Namen

      schnellen die Tümmler,

      im geewigten Nirgends, hier,

      im Gedächtnis der über-

      lauten Glocken in – wo nur?,

      wer

      in diesem

      Schattengeviert

      schnaubt, wer

      unter ihm

      schimmert auf, schimmert auf, schimmert auf?

      * * *

      CELLO-EINSATZ

      von hinter dem Schmerz:

      die Gewalten, nach Gegen-

      himmeln gestaffelt,

      wälzen Undeutbares vor

      Einflugschneise und Einfahrt,

      der

      erklommene Abend

      steht voller Lungengeäst,

      zwei

      Brandwolken Atem

      graben im Buch,

      das der Schläfenlärm aufschlug,

      etwas wird wahr,

      zwölfmal erglüht

      das von Pfeilen getroffene Drüben,

      die Schwarz-

      blütige trinkt

      des Schwarzblütigen Samen,

      alles ist weniger, als

      es ist,

      alles ist mehr.

      * * *

      FRIHED

      Im Haus zum gedoppelten Wahn,

      wo die Steinboote fliegen

      überm

      Weißkönigs-Pier, den Geheimnissen zu,

      wo das endlich

      abgenabelte

      Orlog-Wort kreuzt,

      bin ich, von Schilfmark Genährte,

      in dir, auf

      Wildenten-Teichen,

      ich singe –

      was sing ich?

      Der Mantel

      des Saboteurs

      mit den roten, den weißen

      Kreisen um die

      Einschuß-

      stellen

      – durch sie

      erblickst du das mit uns fahrende

      frei-

      sternige Oben –

      deckt uns jetzt zu,

      der Grünspan-Adel vom Kai,

      mit seinen Backstein-Gedanken

      rund um die Stirn,

      häuft den Geist rings, den Gischt,

      schnell

      verblühn die Geräusche

      diesseits und jenseits der Trauer,

      die näher-

      segelnde

      Eiterzacke der Krone

      in eines Schief-

      geborenen Aug

      dichtet

      dänisch.

      * * *

      DEN VERKIESELTEN SPRUCH in der Faust,

      vergißt du, daß du vergißt,

      am Handgelenk schießen

      blinkend die Satzzeichen an,

      durch die zum Kamm

      gespaltene Erde

      kommen die Pausen geritten,

      dort, bei

      der Opferstaude,

      wo das Gedächtnis entbrennt,

      greift euch der Eine

      Hauch auf.

      * * *

      WO?

      In den Lockermassen der Nacht.

      Im Gramgeröll und -geschiebe,

      im langsamsten Aufruhr,

      im Weisheitsschacht Nie.

      Wassernadeln

      nähn den geborstenen

      Schatten zusammen – er kämpft sich

      tiefer hinunter,

      frei.

      * * *

      KÖNIGSWUT, steinmähnig, vorn.

      Und die verrauchten

      Gebete –

      Hengste, hinzu-

      geschmerzt, die

      unbezähmbar-gehorsame

      Freischar:

      psalmhufig, hinsingend über

      auf-, auf-, auf-

      geblättertes Bibelgebirg,

      auf die klaren, mit-

      klirrenden,

      mächtigen Meerkeime zu.


      * * *

      SOLVE

      Entosteter, zu

      Brandscheiten zer-

      spaltener Grabbaum:

      an den Gift-

      pfalzen vorbei, an den Domen,

      stromaufwärts, strom-

      abwärts geflößt

      vom winzig-lodernden, vom

      freien

      Satzzeichen der

      zu den unzähligen zu

      nennenden un-

      aussprechlichen

      Namen aus-

      einandergeflohenen, ge-

      borgenen

      Schrift.

      * * *

      COAGULA

      Auch deine

      Wunde, Rosa.

      Und das Hörnerlicht deiner

      rumänischen Büffel

      an Sternes Statt überm

      Sandbett, im

      redenden, rot-

      aschengewaltigen

      Kolben.

      * * *

      SCHÄDELDENKEN, stumm, auf der Pfeilspur.

      Dein hohes

      Lied, in den harten

      Februarfunken verbißner,

      halbzertrümmerter

      Kiefer.

      Die eine, noch

      zu befahrende Meile

      Melancholie.

      Von Erreichtem umbuscht jetzt, zielblau,

      aufrecht im Kahn,

      auch aus dem knirschenden Klippen-

      segen entlassen.

      * * *

      OSTERQUALM, flutend, mit

      der buchstabenähnlichen

      Kielspur inmitten.

      (Niemals war Himmel.

      Doch Meer ist noch, brandrot,

      Meer.)

      Wir hier, wir,

      überfahrtsfroh, vor dem Zelt,

      wo du Wüstenbrot bukst

      aus mitgewanderter Sprache.

      Am äußersten Blickrand: der Tanz

     


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